Dieses Wocheende war es soweit. In der Markthalle in Burgdorf fand die erste Schweizer Case Modding Meisterschaft (kurz SCMM) statt. Unterstützt würde der Event von der Lanforce (http://www.lanforce.ch). Der folgende Bericht soll ein bisschen die Erfahrungen ein Eindrücke der Organisatoren, wie auch der Teilnehmer vermitteln.
Der Start der SCMM:
Die Anmeldung für die SCMM war schon seit langer Zeit eröffnet. Leider klappte der Start nicht gerade reibungslos. Nicht nur technische Probleme mit der Anmeldung, sondern auch die Anzahl der Teilnehmer (gerade mal 20) liessen wenig gute Hoffnungen auf ein Erfolg der ersten SCMM offen. Als erste Massnahme wurde der Anmeldeschluss um eine Woche verschoben. Leider hatte auch dies keine relevanten Auswirkungen, nach wie vor nur knappe 20 Teilnehmer. Als Konsequenz für diese wenigen Teilnehmer entschied sich das SCMM Team die Schweizer Meisterschaft abzusagen. Dieser Schritt fiel allen aus dem Team nicht leicht, da zu diesem Zeitpunkt bereits sehr viel Arbeit in dieses Projekt investiert wurde. Die Absage der SCMM traf nicht nur das Team der SCMM und der Lanforce heftig, sondern auch die Teilnehmer. Auf Bitten und Druck Seitens der Teilnehmer, wie auch der Lanforce wurde die SCMM wieder aufgegriffen, wenn auch mit Änderungen im Ruleset. Neu war, dass man sich ab sofort auch an der Lanforce direkt noch anmelden konnte, was zuvor nicht vorgesehen war. Da man für eine Teilnahme an der SCMM natürlich über kein Ticket an der Lanforce verfügen musste, musste eine erste Selektion getroffen werden, welche Cases das Team gerne an der LF genauer betrachten würde. CubeIII (http://www.tech-news.ch/scmm/profile.php?id=42) war der einzige Teilnehmer, welcher von diesem Schritt betroffen war. Er fügte nicht über ein Lanforce Ticket, aber dieses Case wurde von dem SCMM Team als ein potentieller Finalist eingestuft, aus diesem Grund wurde organisiert, dass CubeIII mit seinem Case an der Lanforce vorort war.
Die Lanforce/SCMM
Freitag, 23. April 2004, die Lanforce beginnt, die Halle füllt sich, immer mehr gemoddete oder gar selbt erstellte Cases findet Einzug an der sechsten Lanforce. Die Hoffnungen des Teams steigen, es werden teils sehr schöne Cases gesichtet. Bis am Samstag Abend um 18:00 hatten die Teilnehmer nun noch Zeit sich für die SCMM anzumelden. Die Anmeldung wurde auch noch gebraucht und es kommen noch ein paar Teilnehmer dazu.
Samstag, 24. April 2004, langsam kommt der Zeitpunkt des Anmeldeschluss immer näher. Um zirka 20 Uhr sollten die Bewertungen starten. Die Zeit zwischen Anmeldeschluss und Start der Bewertungen nutzte es Team sich noch einmal zu stärken und die nötigen Sachen zu den Bewertungen zu besprechen. Um halb 9 am Abend war es soweit, die ersten Cases wurden bewertet. Die Bewertungen, wie auch das Treffen mit den Teilnehmer war für das Team sehr interessant. Man wurde teils überrascht, teils entäuscht, teils angelogen, einfach alles kam vor
Entäuscht wurde man nicht nur über die teils schlecht verarbeiteten Mods, sondern auch über die Feststellung, dass es Teilnehmer mit Premoddeten Cases darunter hatte (Mods die man fix-fertig kaufen kann). Für das Team war jedoch klar, solche Teilnehmer haben einen einzug ins Finale auf keinen Fall verdient. Teils war es ein Wiederstehen mit bekannten Cases, wie z.b. jenes von Snipa, teils war es eine grosse Freude lange angekündigte und stark Dokumentierte Casemods zu betrachten wie zum Beispiel das Projekt Cold Fusion von Besi. Nach gut 2 Stunden waren alle Cases bewertet, man konnte sich nun an die Casecons machen. Besi's Casecon war dem Team bereits von der Lanforce 5 bekannt, womit man bei diesem Case wusste was auf einem zukommt. Die beiden anderen Casecons von Mumie und CastorTroy waren jedoch für das Team grossteils neu und man war sehr gespannt was die Beiden auf die Beine stellten. Der Wasser-PC von Mumie sorgte vorerst für staunen. Die gesamte Hardware wurde mit einem Schutzplack überzogen und die Kühlung des Systemes erfolg damit, dass Wasser über die Hardware plätschert. Ebenfalls für grosses stauen sorge der Casecon von CastorTroy. Er erstellte eine exotische Umgebung mit vielen netten Details und Funktionalitäten, welche nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen waren. Kurze Zeit später war der Teil der Bewerungen abgeschlossen und es wurden die Finalisten ermittelt und informiert. Das Finale fand bei der Bar auf der Gallery der Markthalle statt. Alle 8 Finalisten (5 Casemods und 3 Casecons) mussten ihre Kreationen auf der Gallery präsentieren. Hier fand auch die Rangverkündung statt. Die Stimmung ein paar Minuten vor der Verkündung war sehr interessant. Man sah Freude, wie aber auch Nervosität von den Gesichtern. Endlich war es soweit, die Rangliste wurde verkündet. Zuerst begann man mit dem Casemods. Auf Platz Nummer 5 hat es Sascha Biggeli aka Disapper mit seinen Case geschafft. Auf Platz 4 folge Stefan Flühman aka Sniper, welcher von der Lanforce 5 als Sieger des Casemod Contests schon vielen bekannt war. Auf Platz 3 hatte es Sascha Meier aka CubeIII mit seinem Projekt geschafft. Roland Hansmann fasste es kaum dass er es auf Platz 2 geschafft hat. An erster Stelle war ein Case zu sehen, welches nicht nur mit einzigartigen Ideen, Innovationen, Kreativität, sondern auch mit absoluter Perfektion überzeuge. Es handelt sich dabei um das Projekt Cold Fusion von Marc Voser, bekannt unter dem Nickname Besi. Bei den Casecons wurde der dritte Platz an Michael Roth aka Mumie vergeben. Der zweite Platz ging an den Sieger der Casemod Serie, an Marc Voser (Besi). Als Sieger wurde Oliver Lüscher, bekannt als CastorTroy geehrt. Er überraschte die Jurie mit einem einzigartigen Projekt, welches nach einem noch nie gesehenen Konzept erstellt wurde. Das Projekt überraschte nicht nur mit vielen Überraschungen, sondern auch mit Perfektion und durchdachtem Aufbau. Die Stimmung war nach der Rangverkündung sehr gut bei der Bar. Besi präsentierte lautstark seine Lautsprecher im Deckel seines Cases und Sorge damit für musikalische Auflockerung. Für die 8 Finalisten war es noch der Rangverkündung noch lange nicht vorbei. Nebst Gruppenfotos und Einzelportraits gab es von den Siegern jeweils noch Interviews. Diese Momente auf der Gallery, die 8 super Konstruktionen der Teilnehmer, war vor allem auch für das Team ein schöner Zeitpunkt. Es war vorbei, es standen 8 Cases auf dem Tisch. Und trotz nur wenigen Anmeldungen für das Turnier standen genau 8 richtigen da. Jeder einzelnen dieser Finalteilnehmer hat seinen Platz auf der Gallery verdient. Die Arbeit des Teams hatte sich gelohnt. Eindrücke der Sieger. Nachdem sich der Stress um die Rangverkündung und Pokalübergabe etwas gelegt hat, durfte sich das SCMM Team auf ein interessantes Gespräch mit den beiden Siegern freuen. Die beiden Sieger gaben sich sehr bescheiden. Besi findet es schön dass es eine solche Meisterschaft gibt, er hofft dass dadurch mehr Leute zum Casemodding inspiriert werden und die Modding-Szene noch bekannter wird. Das Casemod Turnier konnte er für sich entscheiden, auf diesen Sieg ist er Stolz, die Arbeit hat sich für ihn gelohnt, und dies ist für ihn das Wichtige. Er moddet für sich, nicht für die anderen und eine solche Auszeichnung ist für ihn persöhnlich sehr schön. Im Casecon Turnier jedoch musste er den Sieg an CastorTroy abgeben. Ärgert sich jedoch überhaupt nicht darüber, sondern mag CastorTroy den Sieg gönnen und finden ihn auch verdient. Auch CastorTroy findet es ein grossartiges Gefühl dass er gewonnen hat. Er jedoch ist der Meinung, dass er noch nicht der Beste ist, sondern dass es noch bessere Casecons hat, die sich einfach nicht angemeldetet haben, bzw. sich nicht in der kommerziellen/öffentlichen Modding-Szene bewegen. Besi hingegen findet CastorTroy's Case sehr speziell und sicher eines der Besten. Es sei mal etwas ganz anderes, etwas Neues, mit vielen Details und alles passt richtig zusammen. Wie lange sie an den Projekten gearbeitet haben lässt sich nicht in Stunden ausdrücken. Geplant war das Case von CastorTroy seit Januar, als der Termin für die SCMM bekannt wurde, arbeitete er auf dieses Ziel hin, teils nächtelang. Besi murmelt bei diesem Satz vor sich hin, dass nun die Zeit kommen wird, wo man wieder mehr schlafen kann ;). Besi möchte an dieser Stelle gleich noch einen grossen Dank an seine frau Nicole aussprechen, die ihn nicht nur moralisch unterstützt hat, sondern auch selbst mal ein Schleifpapier in die Hände genommen hat. Das nächtelange Arbeiten ihres Mannes war für sie natürlich nicht immer einfach, sie nimmt dies allerdings relativ gelassen und meint mit einem lächeln, dass man sich an alles gewöhne ;). Was bewegte die beiden Siegern zu dem Start eines solchen Projektes? Besis letzes Projekt war ein Casecon (Platz 2 bei der SCMM), aus diesem Grund war diesmal ein Casemod an der Reihe. Bei beiden Projekten schöpfte er seine Fähigkeiten, wie auch Möglichkeiten voll aus. Dies bezieht sich vor allem auf die Anwendung von Machinen in der Firma. CastorTroy möchte an dieser Stelle seinem Clan danken, welchen ihn für dieses Projekt untersützt hat, nicht zuletzt auch finanziell, da das Budget eines Lehrlinges nun mal sehr beschränkt ist. Die Unterstützung des Clans erfolge jedoch nicht auf Anfrage, sondern absolut freiwillig, was ihm sehr viel bedeutet und er auch sehr zu schätzen weiss. Je längers je mehr gibts es sehr viele Sachen, welche man bereits gemoddet kaufen kann. Einerseits ist dies schade, für die Teilnehmer hingegen nicht weiter stören. Es ist ein anderes Gefühl wenn man es selbst gemacht hat. Und für beide wäre es eine grosse Ehre, wenn man ihre Konstruktionen einmal kaufen könnte, und sie die jeweiligen Grundsteine gelegt haben. Besi hatte sogar bereits schon Anfragen aus Deutschland. Das Schlusswort möchten wir gerne den beiden Siegern überlassen. Besi findet es schwer zu sagen dass ein Case besser ist als das andere. Jedes ist in seiner Art besonders und zum Teil auch mit sehr sehr viel Aufwand verbunden (z.B. Gravuren von CubeIII). Die Modding-Szene in der Schweiz ist klein... aber fein. Castor schliesst sich den Worten von Besi gleich an.