find's echt gut was die machen wollen:
Gegen Piraterie: Preise senken?
Ein ungewöhnlicher Vorschlag zur Lösung des Bootleg-Problems kommt in diesen Tagen aus Malaysia. Das Land gehört nach Angaben der IFPI zu den asiatischen Ländern mit der höchsten Piraterie-Quote. Allein die US-Entertainment-Wirtschaft beklagt pro Jahr rund 250 Millionen US-Dollar an Verlusten durch unrechtmäßig in Malaysia vervielfältigte CDs und DVDs. Die malaysische Regierung glaubt jetzt jedoch, ein einfaches Rezept gegen die Bootlegger gefunden zu haben: Wenn die Preise der Originale sinken würden, müssten die Verbraucher nicht so oft zu den illegalen Angeboten greifen. Nachdem die Regierung die Industrie zunächst zum freiwilligen Senken der Preise bewegen wollte, wechselte Handelsminister Datuk S. Subramaniam Ende Mai zu aggressiveren Methoden. Er empfahl seinen Landsleuten einfach, so lange keine CDs und DVDs mehr zu kaufen, bis die Industrie diese billiger anbiete.
Mittlerweile erwägt Malaysia sogar, die Preise für Entertainment-Produkte staatlich zu regulieren. Diese Idee ließ Vertreter der Industrie weltweit aufschrecken - schließlich könnte sie sich auch in anderen von Piraterie geplagten Staaten durchsetzen. Das US-Außenhandelsministerium sandte deshalb diese Woche eiligst einen Vertreter nach Kuala Lumpur, um Lobbyarbeit gegen die staatlichen Preisdiktate zu betreiben. Der US-Gesandte William Lash erklärte dazu gegenüber der Presse, mit derartigen Regulierungen schade man letztendlich genau den Musikern, die man damit schützen wolle.