ROFL - das ist wirklich lesenswert, der Pressebericht zur Royal Enfield Hatz Diesel!
''Vergessen Sie alles, was sie über Töff-Spass pur wissen. Zum Kern des unverfälschten Töff-Gefühls kommt man nicht mit 140 PS. Aber mit einem indischen 11-PS-Dieselbike.
Wenn Sie Besitzer eines 1oo-PS-Naked-Bikes und der Meinung sind, damit alles zu haben, um das unverfälschte Fahrgefühl ohne überflüssigen Schnickschnack erleben zu können, müssen wir Sie leider enttäuschen - Sie kennen die Enfield Hatz Diesel von Fritz Egli nicht: Ein Ölbrenner mit 462 ccm, ein Fahrerlebnis fern der voll digitalisierten Hektik.
Royal Enfield India fertigt seit den Vierzigern des vergangenen Jahrhunderts die blechgewordenen Relikte der englischen Kolonialzeit. Und das nahezu unverändert. Die Dampfhämmer «made in India» gelten bei uns als kultige Klassiker. In Indien dagegen sind die Enfields reine Nutzfahrzeuge. Besetzt mit fünf Personen, knallen die Töff dort samt schlachtreifem Hammel auf dem Gepäckträger über üble Schlaglochpisten. Da die Wirtschaftlichkeit auf dem Subkontinent wirklich ein wichtiges Thema ist, kamen die indischen Bastler schon in den 50ern auf die Idee, den Lizenzbau eines sparsameren italienischen Diesel-Stationärmotors ins Enfielcd-Chassis zu hängen. Vom Erfolg dieser Dengeleien erstaunt, begann Royal Enfield selbst mit der Serienfertigung eines eigenen Dieseltöffs, der Enfield Taurus. Doch seit zwei Jahren haben es sich die Inder wieder anders überlegt: Die Produktion der Taurus Diesel wurde eingestellt.
Diesel ist tot - es lebe der Diesel
Das Überlebensrezept könnte aus Indien selbst kommen: Man nehme eine Enfield Bullet und implantiere einen Einzylinder Diesel der Firma Hatz aus Deutschland. Der wird normalerweise in Bau-Rüttelplatten und Wasserpumpen eingesetzt. Dann widme man sich noch mit Schweizer Perfektion der leidigen indischen Verarbeitung: Da wird harmonisiert, geglättet, verfeinert und nicht zuletzt die Leistung um mehr als 4PS, nämlich auf 11PS gesteigert. Fertig ist der erste Globalisierungstöff: Luzifers Hammer made by Egli.
Modern, modern: Statt mit kräftigen Kicks, wie die alte Taurus, springt Egli-Enfield per Schlüsseldreh an. «Bo-bong, bo-bong», nach dem lautstarken Wimmern des Anlassers stellt sieh der typische Dieselsound ein. Dann der Dreh am Gasgriff: Schwarze Rauchwölkchen dringen nur während des Kaltstarts aus dem bildschönen Auspuff. Sehr viel druckvoIler als die alte 325er-Taurus mit ihren 6,5 PS geht die Enfield Hatz zur Sache. Beschleunigung und Durchzug liegen jetzt auf dem Niveau der benzingetriebenen Enfield Bullets. Auf der Autobahn riegelt die Hatz bei 4200/min und 115km/h ab.
Ein Quantensprung, die alte Taurus schaffte gerade mal 80 Sachen. Dumpf bollernd entwickelt der Hatz Diesel schon bei 2000/min genug Drehmoment für die zügige Bergfahrt. In typischer "Eine Zündung pro Laternenpfahl Manier" ballert die Enfield ihr Lied in die Welt. So schön dumpf, dass es sogar eingefleischten Harley-Freaks die Schamröte ins Gesicht treibt. Klasse.
Operation gelungen. Doch wie sieht es mit dem Fahrwerk aus? Nun, wer Sechskolbenzangen und Doppelscheibenbremsen erwartet, der wird schon bei der ersten Biegung einen guten Platz zum Stürzen suchen. Verdammt der Fussbremshebel ist ja links, die Schaltung rechts. Und als ob das noch nicht genug der Verwirrung wäre, geht auch noch der erste Gang nach oben und die restlichen drei nach unten. Doch schon nach kurzer Eingewöhnungszeit ist es soweit: Die kernige Motorcharakteristik und erfrischende Vibrationen wirken wie eine Entspannungskur.
Noch ein Rat zum Schluss: Falls Sie nur zum Tanken absteigen wollen, sollten Sie bei der NASA nach Astronauten-Snacks fragen: Bei einem Verbrauch von 2 Litern beträgt die Reichweite nämlich sensationelle 700 Kilometer.''
Klasse! :))
Wobei: wenn Egli, dann schon eher eine Vmax ![]()